Was haben Äpfel mit gesunder Führung zu tun?

Um die Eingangsfrage gleich zu beantworten: Nichts! Oder zumindest nur sehr wenig. Zwar ist an dem Spruch „An apple a day keeps the doctor away“, der so viel heißt wie „Ein Apfel pro Tag hält den Doktor fern“, viel Wahres dran. Doch ich muss Sie enttäuschen: Wenn es um gesundes Führen geht, gehört mehr dazu als täglich einen Apfel zu essen. Natürlich schadet es weder Ihnen als Person noch Ihrer Vorbildwirkung als Führungskraft, wenn Sie sich gesund ernähren. Bei der gesunden Führung geht es allerdings weniger ums körperliche Wohlbefinden, als vielmehr um die psychische Gesundheit.

Damit sieht es in Deutschlands Businesswelt aber nicht sehr gut aus. Die renommierte Universität St. Gallen führte im Auftrag von compamedia eine Studie in knapp 100 mittelständischen deutschen Unternehmen durch. Es zeigte sich, dass nur in 2 % der untersuchten Firmen ein sehr guter gesunder Führungsstil etabliert war. Immerhin in 22 % kam dafür das Ergebnis „Gut“ heraus.

In dieser sechsteiligen kleinen Serie wollen wir dem Thema gesundes Führen einmal tiefer auf den Grund gehen. Interessant ist das sicherlich vor allem für Führungskräfte, aber auch Personaler und Mitarbeiter aller Ebenen können hieraus interessante Infos und Tipps erhalten. Also – los geht’s!

Was bringt gesunde Führung?

Stand früher die körperliche Gesundheit im Vordergrund, geht es im Berufsleben mehr und mehr um das psychische Wohlergehen von Führungskräften und Mitarbeitern. Das ist vor allem bedingt durch verdichtete Arbeitsprozesse, stärkeren Wettbewerb und erhöhten Druck des Marktes. Das wirkt sich auf alle Unternehmen aus – und damit auf jeden, der dort arbeitet. Eine Firma kann heutzutage nur erfolgreich sein, wenn die Belegschaft leistungsfähig und motiviert ist. Das beginnt bei der Geschäftsführung, geht über das mittlere Management bis hin zu jedem Mitarbeiter.

Gesundes Führen trägt dazu bei, die Leistungsstärke und Motivation der Mitarbeiter zu stärken und zu erhalten. Wie stark die Auswirkungen sind, möchte ich Ihnen anhand einiger Zahlen aus der Studie zeigen: Psychisch gesunde Mitarbeiter

  • identifizieren sich um 54 % mehr mit ihrem Unternehmen
  • fühlen sich um 23 % stärker integriert
  • sind um 30 % zufriedener
  • steigern die Leistung der Firma um 15 %
  • engagieren sich zu 19 % mehr für Unternehmensbelange und
  • fühlen sich zu 30 % wohler

 als Mitarbeiter mit psychischen Problemen.

Negative Faktoren werden um mehr als die Hälfte reduziert, wenn sich die Mitarbeiter psychisch gesund fühlen. Dann haben sie nämlich zu 75 % weniger Kündigungsabsichten, ein um 63 % geringeres destruktives Engagement und sind zu 52 % weniger resigniert.

Welchen Einfluss haben Führungskräfte auf die Gesundheit ihrer Mitarbeiter?

Sie als Führungskraft nehmen eine zentrale Rolle bei der Förderung der psychischen Gesundheit Ihrer Mitarbeiter ein. Zum einen geht es um Ihre Vorbildwirkung. Zum anderen darum, mit dem geeigneten Führungsstil die Psyche Ihrer Mitarbeiter zu stärken.

In Unternehmen, in denen die Führungskräfte ergebnisorientiert oder inspirierend führen, sind die Mitarbeiter deutlich gesünder. Darauf baut eine gesunde Führung auf und fördert damit noch zusätzlich die Gesundheit. Lassen wir wieder einige Zahlen aus der Studie zu Wort kommen:

  • ein ergebnisorientierter Führungsstil verbessert die psychische Gesundheit um 41 %
  • ein inspirierender Führungsstil verbessert die psychische Gesundheit um 44 %
  • ein darauf aufbauender gesunder Führungsstil verbessert die psychische Gesundheit
    um weitere 14 %.

So – jetzt habe ich Sie genug mit Zahlen bombardiert. Doch ich denke, dass dieses Zahlenmaterial untermauert, wie wichtig und vor allem wirksam gesundes Führen ist. In Kürze erfahren Sie, was genau es mit den genannten Führungsstilen auf sich hat.

 

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